FAQ – schnell informiert

Auf dieser Seite finden Sie kompakte und praxisnahe Antworten auf zentrale Fragen rund um den Einsatz von Düngemitteln.
Ob Anwendung, Wirkstoffe oder rechtliche Rahmenbedingungen – die Informationen sind verständlich aufbereitet und direkt abrufbar.
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Welche Informationen werden für einen Düngeplan benötigt?

Folgende Informationen werden aus fachlicher Sicht für einen Düngeplan benötigt:

Nährstoffgehalte im Boden und pH-Wert, ermittelt durch eine standardisierte Bodenanalyse im Labor

  • folgende Werte werden in einer Standarduntersuchung ermittelt: 
    • Bodenart/Bauweise;
    • pH-Wert;
    • Phosphor;
    • Kalium;
    • Magnesium.
  • tiefergehende Untersuchungen können noch weitere Parameter beinhalten wie zum Beispiel:
    • Gehalt an Spurennährstoffen, Schwefel, Natrium…;
    • Gehalt an organischer Substanz;
    • Gehalt an Gesamt- und/oder mineralischem Stickstoff;
    • Salzgehalt;
    • Kalkgehalt;
    • Kationenaustauschkapazität.

Sandige Böden können die Nährstoffe schlechter speichern und haben meist eine schlechtere biologische Aktivität als feinteilreichere Böden (Lehm/Schluff). Daher haben Rasenflächen auf sandigen Tragschichten in der Regel einen höheren Nährstoffbedarf. Zudem sollten auf sandigen Böden Rasendünger mit höheren Langzeitstickstoff-Anteilen verwendet werden und pro Anwendung geringere Nährstoffmengen gegeben werden.

Der pH-Wert sollte im Bereich zwischen 5,5 und 7,0 (= schwach sauer bis neutral) liegen, da in diesem Bereich die Pflanzenverfügbarkeit der meisten Nährstoffe am besten ist. Bei niedrigeren Werten muss durch Zugabe von Kalk eine Korrektur nach oben erfolgen. Bei höheren Werten kann durch den Einsatz von physiologisch sauer wirkenden Düngemitteln ein Absenken angestrebt werden.

Die ermittelten Ergebnisse können in verschiedene Versorgungsstufen eingeteilt werden. Dabei liegen die Nährstoffgehalte des Bodens in der mittleren Stufe im optimalen Bereich. Befinden sich die Werte darunter oder darüber, muss bei der Düngeplanung mit Zu- bzw. Abschlägen gegengesteuert werden.

Tab. 1: Einteilung von Nährstoffgehalten in Versorgungsstufen; gilt für Analyseergebnisse ermittelt nach LUFA-Methode (Quelle: Thieme-Hack et al., 2024: Handbuch Rasen, 2. aktualisierte und erweiterte Aufl., Verlag Eugen Ulmer)

Zum Vergleich: P-Werte VDLUFA, WIESLER, 2018:

Tab. 2: Tabelle für Schichtbauweise nach DIN/FLL

Zum Vergleich: Bodenanalysewerte für die P-Versorgungsstufen bei sandreichen Rasentragschichten; Werte nach HVA Freising, Greenkeeper-Fortbildung DEULA Rheinland. Quelle: Handout MÜLLER-BECK (2020)

Zu beachten ist, dass Bodenuntersuchungsergebnisse nur verglichen werden können, wenn sie mit der gleichen Untersuchungsmethode ermittelt wurden. Die jeweilige Methode ist auf dem Untersuchungsbefund ersichtlich. Die Angabe der Elementformen kann je nach Labor variieren. Die Bodenuntersuchung sollte spätestens alle drei Jahre möglichst zum selben Zeitraum im Jahr durchgeführt werden.

  • Vegetationsdauer/Wachstumsmonate
    • wird benötigt zur Festlegung der benötigten Jahresdüngermengen und der Düngezeitpunkte, da nur beim Wachstum der Gräser ein Nährstoffbedarf besteht;
    • in der Vegetationsperiode sollten mindestens vier Düngergaben erfolgen;
    • beim dauerhaften Einsatz eines Mähroboters kann die Jahresnährstoffmenge um 15 – 25 % reduziert werden.
  • Pflanzenbestandszusammensetzung und Nutzungsart/-intensität
    • zur Ermittlung des Nährstoffbedarfs der Gräser.

Je nach hauptbestandsbildender Grasart variiert der grundsätzliche Bedarf der Rasenflächen.

Tab. 3: N-Bedarf in Abhängigkeit der Grasart (Quelle: nach Thieme-Hack et al., 2024: Handbuch Rasen, 2. aktualisierte und erweiterte Aufl., Verlag Eugen Ulmer)

Das optimale Verhältnis der für die Gräser verfügbaren Nährstoffe sollte über die Vegetationsperiode hinweg etwa folgendes Verhältnis aufweisen:

Tab. 4: optimales Verhältnis der für Gräser verfügbaren Nährstoffe (Quelle: nach BISp, 1993, Grundsätze zur funktions- und umweltgerechten Pflege von Rasensportflächen, Teil I Nährstoffversorgung durch Düngung, Köln):

Die Düngergaben sollten im Frühjahr stickstoffbetont sein, um das Regenerationswachstum nach dem Winter zu fördern. Im Frühsommer/Sommer kann ein ausgeglichenes N-/K-Verhältnis angestrebt werden, während die Herbstdüngung kaliumbetont erfolgen sollte.

Ausbringungstechnik

  • Streuen oder Spritzen
  • Kasten- oder Schleuderstreuer
    • Bei der Auswahl der Dünger muss die Korngröße entsprechend Nutzung, Schnitthöhe und geplanten Düngermengen/Gabe berücksichtigt werden.

Was besagt das Gesetz des Nährstoffminimums nach Justus von Liebig?

Jedem einzelnen Nährstoff kommt in der Pflanzenernährung eine spezielle Funktion zu. Wichtig dabei ist, dass alle für das Pflanzenwachstum notwendigen Nährelemente im richtigen Verhältnis vorhanden sind. Denn eine Pflanze richtet ihr Wachstum nach demjenigen Nährstoff, der im Verhältnis am wenigsten vorhanden ist. Als Modell des Gesetzes fungiert die „Minimum-Tonne“: Eine Tonne mit unterschiedlich langen Dauben lässt sich nur bis zur Höhe der kürzesten Daube füllen. Genauso kann ein Organismus sich nur so weit entwickeln, wie es die knappste Ressource erlaubt. Die benötigte Menge der einzelnen Nährstoffe ist je nach Pflanze sehr unterschiedlich. Trotzdem ist jeder für die Pflanzenentwicklung gleich wichtig.

Das Gesetz des Nährstoffminimums bezieht sich auf den relativen Bedarf. Absolut gesehen ist der Nährstoffbedarf je nach Element allerdings sehr unterschiedlich.

Warum werden Dünger in elementar Form (z. B. K) oder in Oxid-Form (z. B. K2O) angegeben?

Der Unterschied zwischen Elementar-Form und Oxid-Form bei Düngern liegt in der Darstellung des Nährstoffgehalts. Die Darstellung als Oxid-Form hat historische Gründe. 

Bei der Elementarform wird der reine Gehalt an Nährstoffen wie Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) angegeben. In der Oxid-Form werden diese als ihre Oxide ausgedrückt, zum Beispiel P₂O₅ für Phosphor und K₂O für Kalium.

Hierfür gibt es Umrechnungsfaktoren. Bei Kali ist das z. B. ein Wert von 1,205. Somit ist der als Oxid-Form angegebene Wert 1,205-fach höher als in der Elementar-Form.

Verordnung (EU) 2019/1009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni 2019 mit Vorschriften für die Bereitstellung von EU-Düngeprodukten auf dem Markt und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1069/2009 und (EG) Nr. 1107/2009 sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 2003/2003, Anhang III, Teil 1, 10.

Werden die gemäß diesem Anhang vorgeschriebenen Informationen zum Nährstoffgehalt in der Oxidform ausgedrückt, so kann der Nährstoffgehalt statt in der Oxidform oder zusätzlich zu dieser in Elementform ausgedrückt werden, wobei folgende Umrechnungsfaktoren anzuwenden sind:

Phosphor (P) = Phosphorpentoxid (P2O5) × 0,436;

Kalium (K) = Kaliumoxid (K2O) × 0,830;

Calcium (Ca) = Calciumoxid (CaO) × 0,715;

Magnesium (Mg) = Magnesiumoxid (MgO) × 0,603;

Natrium (Na) = Natriumoxid (Na2O) × 0,742;

Schwefel (S) = Schwefeltrioxid (SO3) × 0,400.

Wovon hängt der Nährstoffbedarf einer Rasenfläche ab?

Der Nährstoffbedarf von Rasenflächen ist im Wesentlichen von der Nutzungsart und -intensität, der Pflege, der Witterung, der Dauer der Vegetationsperiode und den Bodenverhältnissen und den Bodennährstoffgehalten abhängig.

Mit steigender Nutzungsintensität steigt der Nährstoffbedarf, da belastbare Grasarten wie z. B. Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) und Wiesenrispe (Poa pratensis) einen höheren Bedarf haben als weniger belastbare wie z. B. Rotschwingel (Festuca rubra ssp.) und Schafschwingel (Festuca ovina). Hinzu kommt, dass bei intensiver Nutzung größere Narbenschäden auftreten, die durch die Regeneration der Gräser ausgeglichen werden müssen. Für dieses Regenerationswachstum, d. h. das Schließen der entstandenen Lücken durch die Bildung neuer Seitentriebe und Ausläufer, ist eine ausreichend hohe Nährstoffversorgung notwendig.

Die Pflege hat ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf den Nährstoffbedarf, da zum Beispiel bei der Abfuhr des Schnittgutes der Fläche entsprechende Nährstoffmengen entzogen werden. Der Verbleib ist jedoch nur sinnvoll, wenn die in der organischen Substanz enthaltenen Nährstoffe durch Mineralisation in eine pflanzenverfügbare Form überführt werden und eine Bildung von Rasenfilz unterbleibt.

Einfluss hat auch die Länge der Vegetationsperiode, die maßgeblich vom Standort abhängig ist. So ist diese zum Beispiel in Höhenlagen kürzer als in tiefen oder milden Lagen, durch den Einsatz einer Rasenheizung kann sie verlängert werden. Als Faustregel gilt, je länger die Vegetationszeit, desto höher ist der Nährstoffbedarf. Auch wenn die Witterung bei der Düngeplanung zu Vegetationsbeginn noch nicht vorhersehbar ist, beeinflusst sie den Nährstoffbedarf und macht eine Anpassung der Düngermengen notwendig.

Weitere Faktoren sind die Bodenart und der Aufbau der Rasenfläche. Feinteilreiche und humusreiche Böden haben ein höheres Speicher- und Nachlieferungsvermögen als durchlässige Sandböden oder normgerechte Rasentragschichten, die i. d. R. höhere Nährstoffgaben erfordern.

Tabelle: Nährstoffbedarf unterschiedlicher Rasentypen (aus: HANDBUCH RASEN 2024)

Die unteren Richtwerte sollten bei feinteilreichen und humusreichen Böden, bei älteren Flächen, bei geringer Nutzung bzw. ohne Winterspielbetrieb und kurzer Vegetationszeit als Orientierung dienen, die oberen Richtwerte sind Anhaltspunkte bei sehr durchlässigen Sandböden, normgerechten Rasentragschichten, Dränschichtbauweisen, neuen Flächen und intensiver Nutzung mit Winterspielbetrieb.

Bei den Nährstoffen Phosphor, Kalium und Magnesium sollte der Bedarf durch eine regelmäßige Untersuchung der Bodennährstoffgehalte in einem akkreditierten Labor ermittelt werden und so die Basis für eine bedarfsgerechte und ressourcenschonende Nährstoffversorgung bilden.