Fachbegriffe verständlich erklärt
Definition: Langzeitdünger
Allgemeine Anforderungen
Als Langzeitdünger gelten Dünger, die das Hauptnährelement Stickstoff (N) als „Motor des Pflanzenwachstums“ in einer oder mehreren langsam pflanzenverfügbaren N-Formen enthalten. Der Anteil dieser N-Formen muss mindestens 25 Prozent des Gesamtstickstoffs ausmachen. Dünger ohne Stickstoff zählen definitionsgemäß nicht zu Langzeitdüngern.
Durch die langsame, kontinuierliche N-Freisetzung von Langzeitdüngern wird eine bedarfsgerechte N-Versorgung der Pflanzen über einen längeren Zeitraum von mindestens sechs Wochen ermöglicht. Hinsichtlich der Art der Stickstoff-Langzeitwirkung unterscheidet man:SRF = Slow Release Fertilizers
Definition: Dünger mit synthetisch hergestellten Harnstoff-Kondensaten (zum Beispiel Methylenharnstoff, Isobutylidendiharnstoff, Crotonylidendiharnstoff, Triazonharnstoff), welche langsam biologisch degradieren oder hydrolysiert werden und so eine langsame Abgabe an pflanzenverfügbarem Stickstoff ermöglichen.CRF = Controlled Release Fertilizers
Definition: Stickstoff- oder Mehrnährstoffdünger mit Umhüllung jedweder Art (zum Beispiel mit einer Polymer- oder Polymer-Schwefel-Membran). Durch gezielte Variation der Beschaffenheit der Hülle wird eine definierte Dauerwirkung und damit eine kontrollierte Nährstofffreisetzung ermöglicht.Natürlich-organischer Stickstoff
Definition: Organische Stickstoffquellen aus pflanzlichen und/oder tierischen Herkünften (zum Beispiel Pflanzen, Pflanzenteile, Pflanzenextrakte oder tierische Nebenprodukte). Der organisch gebundene Stickstoff wird im Boden bzw. Substrat durch mikrobielle Mineralisation pflanzenverfügbar.Per Definition nicht als Langzeitdünger gelten hingegen stabilisierte N-Dünger, die zum Beispiel mit 3,4-Dimethylpyrazolphosphat (DMPP) oder N-(n-Butyl)thiophosphorsäuretriamid (NBPT), also Nitrifikations- oder Ureasehemmstoffen, behandelt wurden. Dünger, die derartige stabilisierte N-Formen enthalten, zeichnen sich durch verringerte Stickstoffverluste aus. Die Pflanzenwurzeln können den im Dünger enthaltenen Stickstoff jedoch sofort aufnehmen, sodass mit diesen Düngern keine langfristig kontinuierliche Freisetzung von Stickstoff wie bei den oben aufgeführten Produktgruppen einhergeht.
Erstellung eines Düngeplans
Ein Düngeplan für Rasenflächen ist eine strukturierte Übersicht und Anleitung zur Nährstoffversorgung von Rasenflächen über das Jahr hinweg. Ziel eines solchen Plans ist es, den Rasen gesund, dicht und widerstandsfähig gegen Unkraut und Krankheiten zu halten. Ein Düngeplan berücksichtigt die spezifischen Bedürfnisse des Rasens sowie Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Klimazone und Nutzungsintensität der Fläche.
Düngerdeklaration
Düngemittel müssen ausreichend wirksam sein und dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn diese gem. geltendem Düngemittelrecht in Landessprache deklariert werden. Dies dient zum einen dem Verbraucherschutz, da Inhaltsstoffe und Qualität eines Düngers nicht per Augenschein beurteilt werden können, zum anderen aber auch dem Umwelt- und Bodenschutz, da so eine sachgerechte Anwendung gewährleistet und der Eintrag von Schadstoffen in die Umwelt reguliert werden kann. Der Hersteller bzw. Inverkehrbringer des Düngers ist für die korrekte Deklaration und deren Einhalten verantwortlich, eine Kontrolle erfolgt stichprobenartig durch die Düngemittelverkehrskontrolle der Bundesländer.
Dünger und Kalke können gleichwertig sowohl nach der jeweiligen nationalen Düngemittelverordnung (z.B. deutsche DüMV 2012) als auch nach der europäischen Düngeprodukteverordnung (VERORDNUNG (EU) 2019/1009) deklariert werden. Einen Sonderfall stellt noch die Deklaration gem. dem nationalen Düngerrecht eines EU-Mitgliedsstaates in deutscher Sprache im Rahmen der gegenseitigen Anerkennung (VERORDNUNG (EG) Nr. 764/2008) dar.
Um den Anwender über die Eigenschaften des Düngers zu informieren und eine sachgerechte Lagerung und Anwendung zu gewährleisten, ist die Kennzeichnung der Dünger in den o. g. Verordnungen geregelt. Die Deklaration muss von der übrigen Produktbeschreibung deutlich abgesetzt sein.
Im Deklarationsfeld werden unter anderem aufgeführt:
- Produktfunktionskategorie (PFC) bzw. Düngemitteltyp und die Kurzanalyse – sie erleichtern die Einordnung der Dünger und geben die Gesamtgehalte der typbestimmenden Nährstoffe an;
- die Nährstoffformen – sie informieren über die Verfügbarkeit der Nährstoffe und die Wirkungsweise des Düngers;
- die Komponentenmaterialkategorien (CMC) bzw. die Ausgangsstoffe – sie weisen auf die verwendeten Rohstoffe und Herkunft der Nährstoffe hin;
- Hinweise zur Anwendung und Lagerung – geben Hinweise zur sachgerechten Anwendung und sicheren Lagerung.
Weitere Informationen zu
- Deutschen Düngemittelverordnung: www.gesetze-im-internet.de/d_mv_2012
- Europäischen Düngeprodukteverordnung VO (EU) 2019/1009: eur-lex.europa.eu/eli/reg/2019/1009
- gegenseitigen Anerkennung: ec.europa.eu/docsroom/documents/5825
- Gesetzen in der Schweiz: www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2023/711/de
Eigenschaften ausschließlich schnell verfügbarer Dünger (Kurzzeitdünger)
- Bieten eine schnelle, kurzfristige Nährstoffversorgung. Dies bedeutet, dass häufig nachgedüngt werden muss, um die Gräser bedarfsgerecht zu versorgen, was arbeitsintensiv und kostspielig sein kann.
- Gefahr der Überdüngung, da die Nährstoffe direkt verfügbar sind. Dies kann zu Nährstoffüberschüssen und Schäden an den Pflanzen führen, wie z.B. „Verbrennungen“ an den Wurzeln oder Blättern. Direkte Folge sind Stoßwachstum und schlechte Bestockung.
- Auswaschung von Nährstoffen: durch Regen oder Bewässerung. Dadurch gelangen die Nährstoffe schneller in tiefere Bodenschichten, wo sie den Gräsern nicht mehr zur Verfügung stehen.
Flüssigdünger
Flüssigdünger ist ein Dünger als Lösung oder Suspension, der speziell entwickelt wurde, um Pflanzen mit den notwendigen Makro- und Mikronährstoffen zu versorgen, die sie für optimales Wachstum und Gesundheit benötigen.
Flüssigdünger haben folgende Eigenschaften:
- Schnelle Nährstoffaufnahme: Da die Nährstoffe bereits in gelöster Form vorliegen, können sie von den Pflanzen schnell und effizient aufgenommen werden;
- Einfache Anwendung: Flüssigdünger können einfach über Sprühen/Spritzen auf die Blätter der Pflanzen oder den Boden ausgebracht werden. Wasseraufwandmengen müssen bei Blatt- oder Bodenapplikation angepasst werden;
- Gleichmäßige Verteilung: Die flüssige Form ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung der Nährstoffe über das gesamte Wurzelsystem oder die Pflanzenoberfläche;
- Flexible Dosierung: Die Konzentration des Flüssigdüngers kann leicht angepasst werden, um den spezifischen Bedürfnissen der Pflanzen in verschiedenen Wachstumsphasen gerecht zu werden. Dabei können auch sehr geringe Nährstoffmengen appliziert werden (Spoon-Feeding);
- Zugabe von Biostimulanzien, Phytohormonen oder ähnlichen Produkten möglich;
- Kompatibilität mit Bewässerungssystemen: Flüssigdünger kann auch direkt in Tropfbewässerungs- oder Sprinklersysteme eingespeist werden, was eine bequeme und effiziente Nährstoffzufuhr ermöglicht.
Flüssigdünger enthalten typischerweise eine Mischung aus Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und anderen essentiellen Spurenelementen wie Eisen, Mangan, Zink und Kupfer, können jedoch auch als Einnährstoffdünger vorliegen. Diese Elemente sind meist in einer Form gelöst, die für Pflanzen leicht zugänglich ist.
Bei der Anwendung von Flüssigdüngern sollten folgende Aspekte berücksichtig werden:
- Witterungsabhängigkeit;
- Häufigere Anwendung;
- Anwendungstechnik:
• Spritze notwendig;
• Kosten;
• Aufwand. - Mobilität der Nährstoffe (Nährstoffform wichtig).
Funktion der Düngung (für die Kultur Rasen)
Die Düngung spielt eine zentrale Rolle in der Pflege von Sport- und Zierrasenflächen, um deren Qualität, Dichte und Widerstandskraft zu gewährleisten. Ziel ist es, dem Rasen die notwendigen Nährstoffe zuzuführen, um ein optimales Wachstum und eine widerstandsfähige, gleichmäßig grüne Fläche zu fördern. Auf Sportrasenflächen bedeutet dies, dass der Rasen den hohen Belastungen durch intensive Nutzung standhält, während Zierrasen durch ein gepflegtes, ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild und Vitalität überzeugt. Eine adäquate Düngung unterstützt somit die Funktionalität und Langlebigkeit der Rasenflächen.
- Nährstoffergänzung:
Sport- und Zierrasenflächen benötigen eine konstante Nährstoffzufuhr, um vital, regenerativ und dicht zu bleiben. Durch regelmäßigen Schnitt und die Beanspruchung bei sportlichen Aktivitäten entsteht ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen. Ohne zusätzliche Nährstoffe leidet die Vitalität des Rasens, was seine Widerstandskraft und sein Erscheinungsbild beeinträchtigt. - Bodeneigenschaften:
Düngemittel verbessern die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens, z.B. durch pH-Optimierung und Erhöhung des Wasserspeichervermögens. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung fördert das Bodenleben und trägt zur langfristigen Bodengesundheit bei, besonders bei sandreichen Böden wie DIN-Böden, wo die Nährstoffdynamik verbessert wird. - Rasengesundheit und Ästhetik:
Ein Zierrasen erfüllt vor allem eine optische Funktion und sollte gleichmäßig grün, dicht und frei von Unkraut sein. Regelmäßige Düngung fördert das Wachstum der Gräser, während unerwünschte Beikräuter unterdrückt werden. Die richtige Balance an Nährstoffen hilft, die Gesundheit, den visuellen Aspekt und die Erholungsfunktion des Rasens zu erhalten, auch in Zeiten von Trockenheit oder Stress. Zudem ist eine sachgerechte Düngung Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes. - Belastbarkeit für Sport:
Auf Sportplätzen muss der Rasen nicht nur optischen Aspekten genügen, sondern auch belastbar sein. Düngemittel spielen eine wichtige Rolle, um das Wurzelwachstum zu stärken und den Rasen widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen zu machen. Ein gut gedüngter Rasen regeneriert schneller, was die Nutzungsdauer der Spielflächen verlängert und Schäden durch intensive Nutzung reduziert. Dies kann durch die Verwendung von speziellen Langzeitdüngern auch bei sorptionsschwachen, sandreichen Bodenaufbauten wie „DIN-Böden“ erreicht werden. - Ökosystemleistungen von Rasenflächen
Untersuchungen haben ergeben, dass insbesondere gepflegte und ausreichend mit Nährstoffen versorgte Rasenflächen wichtige ökologische Leistungen erbringen, wie z.B. Staubfilterung, Sauerstoffproduktion, Temperaturausgleich, Wasserspeicherung, CO2 Fixierung. Nur intakte und vitale Rasenflächen sind hierzu optimal in der Lage. - Wirtschaftliche Vorteile:
Für Betreiber von Sportanlagen und Gärten mit Zierrasen bedeutet gezielte Düngung auch eine bessere Planbarkeit und Reduzierung der Pflegekosten. Ein gesunder, gut genährter Rasen erfordert weniger Reparaturen, weniger Nachsaat und hat geringere Ausfallzeiten, z.B. nach intensiver sportlicher Nutzung. Eine zu geringe Düngung schädigt eine Rasenfläche langfristig und erfordert ggf. eine komplette Neuanlage. - Ökologische Aspekte:
Auch bei der Pflege von Sport- und Zierrasen müssen ökologische Auswirkungen der Düngung berücksichtigt werden. Eine übermäßige bzw. nicht sachgemäße Nährstoffzufuhr kann zu Umweltproblemen führen. Daher ist eine nachhaltige Düngestrategie, die auf den spezifischen Nährstoffbedarf des Rasens abgestimmt ist, entscheidend. Besonders Langzeitdünger haben sich als effektiv erwiesen, um den Stickstoffbedarf zu decken und CO2-Emissionen zu reduzieren.
ZusammenfassungDie Düngung stellt sicher, dass Sport- und Zierrasen sowohl ästhetisch ansprechend als auch widerstandsfähig sind, um die Anforderungen zu erfüllen. Eine optimale Nährstoffversorgung gewährleistet die gewünschte Qualität des Rasens und verlängert seine Lebensdauer, während gleichzeitig negative Umweltauswirkungen minimiert und positive Ökosystemleistungen erzielt werden.
- Nährstoffergänzung:
Kurzzeitdünger
Ein Kurzzeitdünger ist ein Dünger, der Nährstoffe in sofort pflanzenverfügbarer Form enthält , die somit kurzfristig von den Pflanzen aufgenommen werden können. Er wirkt in der Regel innerhalb weniger Tage und eignet sich besonders für den Einsatz bei akutem Nährstoffmangel oder zur gezielten Förderung des Pflanzenwachstums in bestimmten Entwicklungsphasen.
Merkmale von Kurzzeitdüngern:
- Schnelle Verfügbarkeit: Die enthaltenen Nährstoffe sind wasserlöslich und stehen den Pflanzen sofort zur Verfügung.
- Kurze Wirkungsdauer: Die Wirkung hält nur für eine begrenzte Zeit an (Tage bis wenige Wochen), sodass eine regelmäßige Nachdüngung erforderlich sein kann.
- Anwendungsbereiche: Geeignet für akute Mangelerscheinungen, zur Förderung des Wachstums in bestimmten Phasen oder als Ergänzung zu Langzeitdüngern.
Beispiele für Kurzzeitdünger:
- Mineraldünger (z.B. Nitratdünger wie Kalkammonsalpeter)
- Flüssigdünger
- Blattdünger
Nährstoffe
Nährstoffe sind die chemischen Elemente und Verbindungen die Pflanzen benötigen um zu Wachsen. Hierbei unterscheidet man zwischen
- den essenziellen Elementen Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O), die in der Regel über Luft und Wasser zur Verfügung stehen;
- den Makronährstoffen, die Pflanzen in der Regel in großen Mengen benötigen, unterteilt in:
- primäre Nähstoffe: N (Stickstoff), P (Phosphor), K (Kalium);
- sekundäre Nährstoffe: Mg (Magnesium), Ca (Calcium) und S (Schwefel).
- den Mikro- bzw. Spurennährstoffe Fe (Eisen), Mn (Mangan), B (Bor), Zn (Zink), Cu (Kupfer) und Mo (Molybdän), die zwar nur in geringen Mengen gebraucht werden, jedoch trotzdem bei Abwesenheit zu erheblichen Mangelerscheinungen und Fehlbildungen führen können;
- zusätzlich nützlichen Elementen wie Silicium (Si), Kobalt (Co) oder Natrium (Na) die nicht zwingend erforderlich sind, aber wie Si im Rasen beispielsweise positive Effekte hervorrufen.
Das Gesetz des Nährstoffminimums nach Justus von Liebig beschreibt hierzu, dass das Wachstum der Pflanze durch den im Verhältnis am wenigsten vorhandenen Nährstoff begrenzt ist.
